KI-Beratung · Daten

Claude im Büro: was mit Ihren Daten passiert.

Wer die KI Claude auf dem eigenen Rechner mit Dokumenten arbeiten lässt, will wissen, was davon den Rechner verlässt, was der Anbieter damit macht und was sich sperren lässt. Ich habe das an den Bedingungen und der Dokumentation des Anbieters Anthropic nachgelesen und die Sperren auf einem Mac ausprobiert.

Stand: 13. Oktober 2026. Die Bedingungen ändern sich mehrmals im Jahr. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.

Was Ihren Rechner verlässt.

Das Programm läuft bei Ihnen, das Sprachmodell beim Anbieter. Was die KI sehen soll, wird verschlüsselt dorthin übertragen:

  • alles, was Sie schreiben, und jede Antwort
  • der Inhalt jeder Datei, die die KI für eine Aufgabe öffnet, auch Bilder und PDFs
  • Dateilisten, also die Namen der Dateien in einem Ordner
  • in Visual Studio Code von selbst: der Text, den Sie gerade markiert haben, und der Name der geöffneten Datei

Was bleibt.

Ein Ordner wird nicht hochgeladen, nur weil Sie ihn öffnen. Übertragen wird, was die KI im Lauf einer Aufgabe tatsächlich liest. Ein Durchsuchen im Hintergrund beschreibt die Dokumentation nicht.

Auf Ihrem Rechner bleibt dafür eine Mitschrift jeder Sitzung liegen, unverschlüsselt und mit allen gelesenen Inhalten, standardmäßig 30 Tage. Dazu weiter unten mehr.

Die Wege, die man leicht übersieht.

Eine Rückmeldung an den Anbieter, etwa der Daumen nach oben oder unten, schickt das ganze Gespräch mit. Anthropic bewahrt es fünf Jahre auf, auch wenn Sie das Training abgeschaltet haben. Bei vertraulichen Gesprächen lässt man diese Knöpfe aus.

Eine Seite, die Sie über einen Link veröffentlichen, liegt beim Anbieter. Im Juli 2026 fanden Suchmaschinen öffentlich geteilte Gespräche und Seiten. Was Sie öffentlich teilen, behandeln Sie am besten als öffentlich.

Verbindungen zu anderen Diensten wie Kalender, Mail oder Cloud-Speicher schicken Inhalte an diese Dienste und holen welche ins Gespräch. Dafür gilt der Datenschutz des jeweiligen Dienstes.

Bei einer Websuche geht die Suchanfrage an den Suchdienst des Anbieters. Vertrauliche Angaben gehören nicht in die Anfrage.

Privatkonto oder Firmenkonto.

Anthropic unterscheidet Konten für Einzelpersonen (Free, Pro, Max) und für Unternehmen (Team, Enterprise, API). Der Unterschied liegt weniger im Preis als im Vertrag.

MerkmalFür EinzelpersonenFür Unternehmen
Gedacht fürprivate Nutzung; die Bedingungen für Europa schließen geschäftliche Nutzung ausgeschäftliche Nutzung, Team ab zwei Plätzen
Trainingmöglich, solange der Schalter im Konto eingeschaltet istnein
Aufbewahrung30 Tage ohne Training, bis zu fünf Jahre mit30 Tage, nachdem Sie etwas gelöscht haben
Auftrags­verarbeitungkein VertragVertrag ist Teil der Bedingungen
SpeicherortUSAUSA

Wortlaut der Bedingungen für Einzelpersonen in der Fassung für Europa, gültig seit 8. Oktober 2025: „You agree that you will not use our Services for any commercial or business purposes.“

Inhalte, die eine Sicherheitsprüfung des Anbieters markiert, bleiben in jedem Konto bis zu zwei Jahre gespeichert und können von einem eigenen Team eingesehen werden.

Was sich sperren lässt.

  1. Anweisung in Worten

    Eine Liste, welche Daten hinein dürfen und welche nicht. Die KI hält sich in der Regel daran. Technisch hindert sie nichts.

  2. Lese-Sperre

    Eine Einstellung nimmt einzelne Ordner vom Lesen, Suchen und Ändern aus. Sie greift bei den eigenen Werkzeugen der KI. Ein Hilfsprogramm, das Dateien selbst öffnet, kommt daran vorbei.

  3. Abgeschirmter Bereich

    Das Betriebssystem sperrt die Ordner für alles, was die KI startet. Der Anbieter nennt das Sandbox. Sie ist standardmäßig ausgeschaltet und läuft auf dem Mac, auf einem gewöhnlichen Windows-Rechner nicht.

VersuchNur Lese-SperreMit abgeschirmtem Bereich
Gesperrte Datei öffnenabgelehntabgelehnt
Suche über den ganzen OrdnerInhalt sichtbarabgelehnt
Hilfsprogramm öffnet die DateiInhalt sichtbarabgelehnt
Nicht gesperrte Dateierlaubterlaubt

Eigener Test am 13. Oktober 2026 auf einem Mac mit erfundenen Testdateien, über die Befehlszeile. Windows habe ich nicht getestet.

Was keine Einstellung verhindert.

  • was Sie selbst ins Gespräch tippen, einfügen oder als Bildschirmfoto anhängen
  • Inhalte einer gesperrten Datei, die in einer anderen Datei zitiert sind
  • Anweisungen, die jemand in einem Dokument oder auf einer Webseite versteckt hat, damit die KI ihnen folgt

Woran Sie sehen, was passiert ist.

  • Im Gespräch erscheint jeder Lesevorgang und jeder Befehl als eigene Zeile.
  • Die Mitschrift am Rechner enthält alles, was die KI gelesen hat. Sie ist das genaueste Protokoll und zugleich eine zweite Kopie Ihrer vertraulichen Inhalte.
  • Im Konto steht unter Datenschutz, ob das Training eingeschaltet ist.
  • Was beim Anbieter tatsächlich wie lange liegt, lässt sich von außen nicht einsehen. Das beruht auf seinen Zusagen im Vertrag.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Wird Claude mit meinen Daten trainiert?
Bei Konten für Einzelpersonen (Free, Pro, Max) ja, solange der Schalter dafür im Konto eingeschaltet ist. Er lässt sich unter Einstellungen, Datenschutz ausschalten. Bei Konten für Unternehmen (Team, Enterprise, API) trainiert Anthropic laut seinen Bedingungen nicht mit Kundeninhalten.
Wo werden die Daten gespeichert?
Laut Anthropic in den USA, auch bei Konten für Unternehmen. Eine Verarbeitung nur in der EU beschreibt der Anbieter ausschließlich über die Cloud-Dienste von Amazon und Google, mit eigenem Vertrag dort.
Liest Claude meinen ganzen Rechner?
Nein. Übertragen wird, was die KI für eine Aufgabe öffnet. Ohne zusätzliche Einstellung kann sie allerdings auch Dateien außerhalb des geöffneten Ordners lesen, wenn eine Aufgabe dorthin führt. Eine Einstellung zieht den Zaun um den Arbeitsordner.
Kann ich einzelne Ordner sperren?
Ja, in zwei Stufen: mit einer Lese-Sperre und, auf dem Mac, zusätzlich mit dem abgeschirmten Bereich. In meinem Test hat erst die zweite Stufe auch Suchbefehle und Hilfsprogramme aufgehalten.
Gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?
Bei Konten für Unternehmen ist er Teil der Bedingungen. Bei Konten für Einzelpersonen gibt es keinen.
Gilt das auch für Ordinationen?
Für Ordinationen gelten wegen der Patientendaten eigene Regeln, die über diese Seite hinausgehen. Die Einzelheiten stehen auf der Seite KI für Ordinationen.
Wie aktuell ist diese Seite?
Stand ist der 13. Oktober 2026. Ich prüfe die genannten Bedingungen regelmäßig und ändere die Seite, wenn sich etwas ändert.

Woher die Angaben stammen.

Alle Angaben stammen von den Seiten des Anbieters, abgerufen am 13. Oktober 2026:

Die Sperren und einen Arbeitsordner mit festen Regeln richte ich mit Ihnen ein: Ihr Profi-KI-Arbeitsplatz.

Sie wollen wissen, was das für Ihre Unterlagen heißt? Fragen Sie mich.

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